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Die Handlung

Ich sitze an den letzten Vorbereitungen hinsichtlich eines Workshops für Auszubildende zum Thema Kommunikation und Persönlichkeitspräferenzen. Was ich dieses Mal vergessen hatte? Mein Jackett. Und was ich anhabe? Ein hellblaues Hemd.

Der Seminarraum füllt sich langsam – zugegebenermaßen ein relativ kleiner Raum für circa 60 Leute. Mein Adrenalinspiegel steigt. Und die Temperatur im Raum auch. Wie viele andere Menschen neige auch ich dazu, in Stresssituationen unter den Achseln zu schwitzen und so merke ich, wie mein Hemd von Minute zu Minute nasser wird. Und ich unruhiger.

Ich begebe mich auf die Herrentoilette und hänge mich unter einen Händetrockner. Ohne Erfolg. Der nächste Versuch, die Flecken mittels angelegter Arme zu kaschieren, ist ebenso vergeblich, sie haben sich einfach schon zu weit ausgebreitet. Was nun? Meine Unruhe steigt. Schließlich liegen vor mir acht Stunden Workshop!

Da entsinne ich mich an eine Technik aus dem amerikanischen Speakerraum: As ising – sag, was ist! Gedacht, getan. Ich stelle mich aufrecht vor 60 junge Menschen und eröffne mit den Worten: „Egal, was heute passiert und da es Euch vermutlich eh schon aufgefallen ist – für Euch kann es heute nicht peinlicher werden als es für mich gerade ist. Ich stehe nun hier, darf einen achtstündigen Workshop mit Euch durchführen und das Ganze mit unübersehbar großen Schweißflecken unter den Armen.“

Die Reaktion meines Publikums? Lachen. Nicht aus Mitleid, nicht aus dem Gefühl des Fremdschämens heraus, nein, aus Anteilnahme. Das war der Beginn eines wirklich guten Workshops.

Das Fazit

Versuche nicht krampfhaft, Offensichtliches zu verbergen, sondern sprich es unverhüllt an. Wir sind alles Menschen und stecken voller Mitgefühl – vor allem für Situationen, in denen sich jeder von uns wiederfinden kann.